Erlebnisse mit Fahrassistenzsystemen

Über diese Fahrassistenzsysteme  haben Autofahrerinnen und Autofahrer als Citizen Scientists im GeFaBe-Projekt berichtet. Sie sehen außerdem den Anteil negativer, neutraler oder positiver Erlebnisse für jedes Fahrassistenzsystem. Generell haben die AutofahrerInnen über viele verschiedene Fahrassistenzsysteme berichtet, wobei sich die meisten Erlebnisse auf den Tempomat bezogen. Hier überwiegt auch der Anteil positiver Erlebnisse, während bei den anderen Assistenzsystemen vorwiegend über negative Erlebnisse berichtet wurde.



So wurde bezüglich des Tempomaten berichtet, dass bei aktiviertem Tempomat entspanntes, angenehmes, und stressfreies Fahren möglich sei und Verkehrsregelübertretungen vermieden werden können. „Tempomat lässt sich ganz einfach am Lenkrad einstellen. Links schalte ich ihn ein, rechts kann ich die Geschwindigkeit festlegen. Brauche dann selber nicht mehr ständig auf Tacho schauen und hab kein Problem bei Radarfallen.“

Beim ACC (Adaptive Cruise Control) wurde z.B. über träges oder sogar gefährdendes Verhalten des Assistenzsystems wegen unnötigen Bremsvorgängen berichtet. „Dichter Stauverkehr, 4-spuriger Gürtel. Durch rechts abbiegende Fahrzeuge ergibt sich auf der rechten Spur gut Platz und die Chance, über dieses Fenster auf der freieren rechten Spur ebenfalls raus zu fahren und eine andere Route zu nehmen. In dem Moment wo ich gerade zum Rausfahren auf etwa 40 km/h beschleunigt hatte, hat der Fahrassistent, während ich mit dem Lenkrad das Auto nach rechts rüber gezogen habe, festgestellt, dass das Fahrzeug gerade bzw. ansatzweise bereits links von mir zu nahe wäre und die Notbremsung eingesetzt. Nach etwa 2 Sekunden hat das Bremsen wieder ausgesetzt, weil die rechte Spur natürlich frei wahr. Das völlig sinnlose Bremsmanöver hat die benachbarten Fahrzeuglenker sehr irritiert und beinahe einen Auffahrer von hinten gebracht, weil ich nicht der Einzige war, der dieses Fenster nutzen wollte, sondern auch Fahrer hinter mir. Fazit: Der Fahrassistent reagiert so träge, dass er eine  Notbremsung durchführt und mich gefährdet hat.“

Viele Erlebnisse bezogen sich auch auf die Nutzung vom Einparkassistenten bzw. Einparkhilfe. Hier wurde die automatische Aktivierung des Systems in unpassenden Situationen, unnötiges oder zu frühes Piepen, oder das generelle Versagen des Systems kritisiert. „Fahrzeugkolone vor der Ampel; Musik wird leiser, ParkPilot aktiviert sich obwohl kein Parkvorgang stattfindet. Wenn sich ein fremdes Fahrzeug von hinten nähert, kommt das für den Fahrer teilweise auch überraschend. Ein manuelles Eingreifen/Abbrechen des ParkPilot ist notwendig.“ oder „Rechter Rückspiegel fährt beim Rückwärtseinparken nach unten (sodass man evtl. den Randstein besser sieht). Wenn aber kein Randstein da ist, ist das Sichtfeld sehr/zu nahe.“

Auch die Verkehrszeichenerkennung funktionierte nicht immer einwandfrei und sorgte mit unter für überraschende Fahrerlebnisse. „Ich bin in einer 30-er Zone unterwegs, fahre an einem LKW vorbei, der eine 100 Geschwindigkeitsplakette aufgeklebt hat. Mein Assistent erkennt die Plakette als Geschwindigkeitsbegrenzungstafel und „erlaubt“ mir mit 100 km/h zu fahren. Mitdenken erlaubt!!!“

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